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Die Biologische Station Haus Bürgel setzt Naturschutzmaßnahmen in der Urdenbacher Kämpe um. Unter anderem werden zwei Weißstorchnisthilfen auf freistehenden Holzmasten errichtet.

28.03.2018

Neues aus der Kämpe von der Biologischen Station Haus Bürgel


Die Biologische Station Haus Bürgel setzt Naturschutzmaßnahmen in der Urdenbacher Kämpe um. Unter anderem werden zwei Weißstorchnisthilfen auf freistehenden Holzmasten errichtet. Als Standorte wurden Bereiche am Urdenbacher Altrhein südlich der Gaststätte Fischerhaus sowie in den Bürgeler Wiesen ausgewählt. Der Weißstorch, der zuletzt bis ca. 1920 in Urdenbach gebrütet hat, breitet sich aktuell in Deutschland und NRW stark aus. Viele verwaiste Brutplätze wurden in der jüngsten Vergangenheit neu besiedelt. Zurzeit existieren  nächstgelegene Storchenpaare in Duisburg-Walsum und im Kreis Viersen bei Clörath.  Seit einigen Jahren gibt es Nistplattformen auf den Dächern von Haus Bürgel. Diese wurden wiederholt durch Weißstörche inspiziert, jedoch kam es hier bisher zu keiner dauerhaften Ansiedlung, was vermutlich auf die schlechte Nahrungsverfügbarkeit im unmittelbaren Umfeld von Haus Bürgel zurückzuführen ist. Erfahrungsgemäß werden Brutplätze am ehesten neu besiedelt, wenn im unmittelbaren Umfeld des Neststandorts gute Nahrungsbedingungen vorherrschen, weshalb die neuen Standorte in Altrheinnähe ausgewählt wurden. Dort tummeln sich seit der Deichöffnung wichtige Nahrungstiere, wie  z. B. die Teichfrösche.

 

Durch das Winterhochwasser und das Sturmtief Friederike hat sich im Naturschutzgebiet viel Treibholz angesammelt und vielerorts sind Starkholzäste von Pappeln abgebrochen oder stellenweise gar ganze Bäume umgefallen. Wo diese die Bewirtschaftung der artenreichen Auenwiesen erschweren oder Zäune zerstört haben, die für die Beweidung notwendig sind,  wird das Holz aufgearbeitet und abtransportiert. Dazu wird das Holz zunächst aufgenommen und zu verschiedenen Sammelplätzen gefahren, wo es dann gehäckselt und entsorgt wird. Die Arbeiten sollen Anfang April vor Beginn der Kernbrutzeit und der Vegetationsperiode abgeschlossen sein.

 

Außerdem werden  ca. 120 Verbissschütze aus Robinienpfählen auf den als Rinderweiden genutzten „Hochzeitswiesen“ neu gebaut. Ferner wurden ökologisch besonders wertvolle Altbirnbäume schonend ausgelichtet und ihre Kronen stabilisiert. Von einigen Altbäumen lokaler Obstsorten, für deren Erhalt die Urdenbacher Kämpe eine besonders hohe Bedeutung hat wie Bratschenapfel, Förster Sauer und Schörmanns Langenfelder, wurden Reiser geschnitten und durch einen Obstbaubetrieb vermehrt. Diese werden im Frühjahr gepflanzt.

 

Moritz Schulze, Biologische Station Haus Bürgel


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