Lokale Obstsorten im Rheinland - vom Aussterben bedroht

Ein Projekt der Biologischen Stationen Aachen, Düren, Euskirchen, Haus Bürgel, Rhein-Kreis-Neuss, Mittlere Wupper, Oberberg und Westliches Ruhrgebiet, NABU Naturschutzstationen Rhein-Berg und Haus Wildenrath

Im Laufe des Jahres 2008 werden in 15 Projektregionen alle den Kooperationspartnern bekannten Daten zu lokalen Obstsorten gesammelt und in eine zentrale Sortenliste aufgenommen. Anschließend wird in den Zentren der Streuobstwiesenbestände aktiv nach weiteren möglichen Lokalsorten gesucht.
Im Winter 2008/2009 sollen geeignete Bäume der lokalen Obstsorten fachgerecht zurückgeschnitten werden, damit im Herbst des darauf folgenden Jahres Edelreiser für die Pflanzgutvermehrung gewonnen werden können. Gleichzeitig werden Sortensteckbriefe der nachgewiesenen Lokalsorten erstellt und zu einer Broschüre und/oder einem Flyer zusammengefasst. Hierbei sollen Lokalsorten aller LVR-Regionen Berücksichtigung finden.
Dieser ersten Phase der Erfassung folgt die zweite Phase der Erhaltung und Umsetzung. Dabei werden Edelreiser von den gefährdeten Lokalsorten genommen (Winter 2009/2010) und zur Vermehrung an anerkannte Veredlungs-Baumschulen gegeben. Im Herbst 2010 bzw. 2011 stehen dann Obstbäume lokaler Sorten zur Auspflanzung bereit. Sie sollten vornehmlich in Sortengärten/Erhaltungspflanzungen verschiedener Einrichtungen (z.B. Biologische Stationen, Botanische Gärten etc.) ausgepflanzt werden. Weiterhin sollen Prüfungen auf Virusbefall stattfinden und nicht virusfreie Obstsorten virusfrei gemacht werden. Zu erwarten sind durchschnittlich vier Lokalsorten je Projektregion.

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